Matanzas in Kuba



Matanzas

Die Provinz Matanzas liegt im nordwestlichen Kuba. In der gleichnamigen Hauptstadt leben rund 127.000 Menschen. Geografisch ist Matanzas eine kleine Besonderheit für Kuba, denn sie liegt im Schnitt nur 3 Meter über dem Meeresspiegel. Havanna befindet sich nur 102 Kilometer entfernt, so sind Ausflüge in die Landeshauptstadt also kein Problem und an einem Tag durchaus machbar. Die beiden Flüsse Yumuri und San Juan durchfließen die Region Matanzas.

Die Geschichte von Matanzas


Die im Nordwesten von Kuba gelegene Stadt wurde im Jahr 1693 gegründet. Der klangvolle Name "Matanzas" bedeutet Gemetzel oder Schlachtungen. Diese stehen für die Rinder-Schlachtungen welche zur damaligen Zeit am Hafen vollstreckt wurden. Die Rinder wurden damals in großen Mengen exportiert, viele davon nicht lebend. Sie wurden direkt hier geschlachtet und so entstand der Name Matanzas.

Im Übrigen ist der Hafen Matanzas der einzige, der früher für den Export von Rindern aus Kuba genutzt wurde.

Jedoch gibt es noch eine andere Version dazu, wie die Stadt zu ihrem blutrünstigen Namen kam. Für manche Theoretiker leitet ich der Name nämlich von den brutalen Auseinandersetzungen zwischen den Einwanderern und den damals hier ansässigen Ureinwohnern ab.

Matanzas machte sich vor allem einen Namen als wichtige Handelsstadt für Tabak, Sklaven, Kaffee und Zuckerrohr. Das Zuckerrohr spielte dabei eine bedeutende Rolle für die gesamte Region, und so wurde Matanzas im 19. Jahrhundert zur Zuckerhauptstadt des Landes. Über 50 Prozent des gesamten in Kuba produzierten Zuckers stammte aus der Region Matanzas.
Durch diese große Menge an Zucker und dem Export der produzierten Mengen in die Vereinigten Staaten wuchs die Stadt im 19. Jahrhundert extrem schnell an. Durch die gute wirtschaftliche Lage kamen auch viele gebildete und kulturell engagierte Menschen nach Matanzas. So bildete sich hier ein kulturelles Zentrum. Intellektuelle, Schriftsteller, Musiker und andere Denker kamen hierher und brachten so Matanzas den Beinamen "Athen Kubas" ein.

Matanzas Kuba

Wirtschaft Matanzas heute


Wie auch in der Stadt Cárdenas leben in Matanzas heute die im nahe gelegenen Touristenzentrum Varadero arbeitenden Menschen. Die Arbeiter wohnen in Matanzas, da hier die Mieten günstiger als in der Touristenhochburg Varadero sind. Sie pendeln meist täglich zwischen Arbeit und Wohnort. Neben dem Tourismus ist auch das Kraftwerk in Matanzas ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Das Kraftwerk versorgt ganz Kuba mir Elektrizität.

Zusätzlich zu diesen beiden Wirtschaftszweigen nimmt die Stadt und die Region Matanzas Geld durch die Zuckerverladung ein. Diesen traditionellen Wirtschaftszweig hat sich Matanzas also nicht nehmen lassen.
Eine Düngemittelfabrik bringt wie auch das hier gelegene Zementwerk einige Gelder in die Kassen der Provinz.

Man hat bei Bohrungen entdeckt, dass es in Matanzas ein reiches Erdölvorkommen gibt. Diese natürliche Ressource sollen nun mit einer geplanten Erdölraffinerie gefördert und anschließend verkauft werden. Täglich könnten so rund 150.000 Barrel Öl verarbeitet werden. Dies würde einen enormen finanziellen Aufschwung für die gesamte Region bedeuten. Die Raffinerie befindet sich noch in der Planung, soll aber in der nächsten Zeit umgesetzt werden.

Remo Nemitz

 

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